Betrugsbriefe erkennen – so schützen Sie sich

Betrüger schreiben nicht nur E-Mails und SMS, sondern auch Briefe. Diese sehen manchmal sehr echt aus, mit Logo, Aktenzeichen und Unterschrift. Ziel ist fast immer, dass Sie schnell Geld überweisen oder persönliche Daten preisgeben.

Auf dieser Seite erfahren Sie, an welchen Warnzeichen Sie verdächtige Briefe erkennen und was Sie tun können, wenn Sie unsicher sind.

Typische Warnzeichen

Ein einzelnes Merkmal beweist noch keinen Betrug. Je mehr davon zusammenkommen, desto vorsichtiger sollten Sie sein:

  • Zeitdruck: «Zahlen Sie innerhalb von 24 Stunden» oder «letzte Mahnung», obwohl Sie nie eine erste bekommen haben.
  • Drohungen: Es wird mit Betreibung, Polizei, Gericht oder Gefängnis gedroht, falls Sie nicht sofort zahlen.
  • Unbekannter Absender: Sie kennen die Firma nicht und hatten nie einen Vertrag mit ihr.
  • Fremdes Konto: Das Geld soll auf ein ausländisches oder privates Konto gehen.
  • Ungewöhnliche Zahlungsart: Sie sollen mit Gutscheinkarten, Geschenkkarten oder Kryptowährung zahlen. Seriöse Firmen und Behörden verlangen das nicht.
  • Fehler: Viele Rechtschreibfehler, seltsame Formulierungen oder ein falsch geschriebener Name.
  • Gewinnversprechen: Sie haben angeblich etwas gewonnen, müssen aber zuerst eine Gebühr bezahlen.
  • Falsche Inkasso- oder Behördenbriefe: Ein angebliches Amt oder Inkassobüro fordert Geld für etwas, das Sie nicht kennen.

Was Sie tun können

Nicht sofort zahlen

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein echter Absender gibt Ihnen Zeit, eine Forderung zu prüfen. Nehmen Sie sich mindestens einen Tag Zeit, bevor Sie etwas bezahlen.

Absender selbst prüfen

Rufen Sie nicht die Telefonnummer im Brief an. Suchen Sie die offizielle Nummer der Firma oder Behörde selbst heraus, zum Beispiel auf einer früheren Rechnung, im Telefonbuch oder auf der offiziellen Website. Fragen Sie dort nach, ob der Brief wirklich von ihnen kommt.

Jemandem zeigen

Zeigen Sie den Brief einer Person, der Sie vertrauen: einem Familienmitglied, einer Nachbarin oder Ihrer Bank. Ein zweiter Blick hilft oft, und Betrüger setzen darauf, dass Sie allein entscheiden.

Bei Verdacht die Polizei kontaktieren

Wenn Sie glauben, dass es sich um Betrug handelt, melden Sie sich bei der Polizei in Ihrem Kanton. Bewahren Sie den Brief und den Umschlag auf. In einem Notfall wählen Sie 117.

Wie Lesefee helfen kann – und wo die Grenzen sind

Wenn Lesefee in einem Brief typische Warnzeichen findet, zum Beispiel ungewöhnliche Zahlungsarten oder starken Zeitdruck, zeigt es einen deutlichen Hinweis an und liest ihn vor. So werden Sie aufmerksam, bevor Sie etwas unternehmen.

Lesefee kann aber nicht sicher sagen, ob ein Brief echt oder gefälscht ist. Auch ein Brief ohne Hinweis kann betrügerisch sein, und ein echter Brief kann Merkmale haben, die verdächtig wirken. Entscheiden Sie deshalb nie nur aufgrund von Lesefee, und prüfen Sie im Zweifel immer beim Absender nach.

Weitere Informationen

Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) informiert auf skppsc.ch über aktuelle Betrugsmaschen und gibt Tipps, wie Sie sich schützen können. Auch die Polizei in Ihrem Kanton und Pro Senectute bieten Informationen für ältere Menschen an.

Sprechen Sie offen über Betrugsversuche. Es ist keine Schande, einen solchen Brief zu bekommen – Betrüger schreiben an sehr viele Menschen. Wer darüber redet, schützt auch andere.

Häufige Fragen

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