Zahlungsbefehl erhalten – was tun?

Ein Zahlungsbefehl macht vielen Menschen Angst. Das Wort klingt hart, und oft kommt der Brief überraschend. Wichtig ist: Bleiben Sie ruhig, aber legen Sie den Brief nicht zur Seite.

Auf dieser Seite erfahren Sie in einfachen Worten, was ein Zahlungsbefehl ist, was Sie tun können und wer Ihnen dabei hilft.

Was ist ein Zahlungsbefehl?

Ein Zahlungsbefehl kommt vom Betreibungsamt. Er wird verschickt, wenn jemand, dem Sie angeblich Geld schulden, eine Betreibung gegen Sie eingeleitet hat. Diese Person oder Firma heisst Gläubiger.

Der Zahlungsbefehl sagt Ihnen, wer Geld verlangt und wie viel. Er ist ein offizielles Schreiben. Deshalb sollten Sie ihn nie ignorieren, auch wenn Sie die Forderung für falsch halten.

Der Rechtsvorschlag: innert 10 Tagen

Wenn Sie mit der Forderung nicht einverstanden sind, können Sie Rechtsvorschlag erheben. Dafür haben Sie 10 Tage Zeit, gerechnet ab dem Tag, an dem Sie den Zahlungsbefehl erhalten haben.

  • Mündlich: direkt bei der Person, die Ihnen den Zahlungsbefehl übergibt.
  • Schriftlich: mit einem Brief an das Betreibungsamt.
  • Persönlich: am Schalter des Betreibungsamts.

Sie müssen keinen Grund angeben, und der Rechtsvorschlag kostet nichts. Bewahren Sie eine Bestätigung oder eine Kopie gut auf.

Was der Rechtsvorschlag bewirkt – und was nicht

Der Rechtsvorschlag stoppt das Verfahren vorerst. Die Schuld ist damit aber nicht weg. Der Gläubiger kann danach vor Gericht gehen, um seine Forderung durchzusetzen.

Wenn Sie das Geld tatsächlich schulden, ist der Rechtsvorschlag meist nicht der Ausweg. Dann hilft es eher, zu bezahlen oder mit dem Gläubiger Kontakt aufzunehmen und eine Lösung zu suchen, zum Beispiel eine Zahlung in Raten.

Vorsicht vor falschen Betreibungsbriefen

Es gibt gefälschte Briefe, die wie eine Betreibung aussehen. Ein echter Zahlungsbefehl kommt immer von einem offiziellen Betreibungsamt. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie die Telefonnummer des Betreibungsamts selbst heraus und fragen Sie dort nach. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zu Betrugsbriefen.

Betrugsbriefe erkennen

Hier finden Sie Hilfe

Sie müssen das nicht allein lösen. Unterstützung gibt es zum Beispiel hier:

  • Schuldenberatung Schweiz (schulden.ch): Beratungsstellen bei Geldsorgen und Schulden.
  • Pro Senectute: Beratung für ältere Menschen, auch bei Fragen rund ums Geld.
  • Eine Vertrauensperson, zum Beispiel ein Familienmitglied, das den Brief mit Ihnen anschaut.

Wie Lesefee helfen kann

Lesefee liest den Zahlungsbefehl laut vor und erklärt in einfachen Worten, wer Geld verlangt, welcher Betrag genannt wird und welches Datum im Brief steht.

Lesefee gibt keine rechtliche oder finanzielle Beratung. Ob die Forderung berechtigt ist und ob ein Rechtsvorschlag sinnvoll ist, kann Lesefee nicht beurteilen. Dafür wenden Sie sich an das Betreibungsamt oder an eine Beratungsstelle.

Häufige Fragen

Weitere Ratgeber